Von ruhig bis gewaltig: Ein vielfältiges Feuerwerk für Advent

Am 3. Advent in der Steckfeldkirche Plieningen und dann nochmal der Taborkirche Freudenstadt durften wir gemeinsam mit dem Stemning Ensemble zwei über den letzten Sitzplatz hinaus gefüllte Kirchen mit Musik erfüllen. Das vielfältige Programm von Barock (Händel, J.F. Wade) über skandinavisches weihnachtliches Liedgut und zeitgenössischen  Komponisten (Morten Lauridsen, Steve Dobrogosz, Thad Jones) bis hin zu Tangoklängen (Martin Palmeri) hat uns und unser Publikum begeistert und uns ein 90-minütiges musikalisches Feuerwerk beschert.

Atmosphärisch war der Beginn im Dunkeln, nur durch Kerzenlicht waren die Kirchen beleuchtet, während man bei drei
verschiedenen Versionen von „Es ist ein Ros entsprungen“ den Rosentrieb beinahe wachsen hören konnte. Es ist ja die Voraussetzung von allem: Jesajas Prophezeihung, bevor "Maria durch ein Dornwald ging“. Dann – Licht! Das Kyrie der Messe von Dobrogosz mit seiner eindringlichen Rhythmik und aufbauenden Dynamik steigerte sich zum eindrucksvollen Ruf und man konnte förmlich das Feuerwerk explodieren sehen und hören. Denn das ist Weihnachten: „Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.“ (Jes 9,1) Weiter ging es wieder ruhiger und eher in Wunderkerzen-Stimmung mit dem Stemning Ensemble und „O Magnum Mysterium“ und „Away in a Manger“, um dann wieder anzusteigen mit dem Gloria und Credo der Misa a Buenos Aires, die endgültig zum Tanzen einlud. Weihnachten ist Freude und Begeisterung!


In der Steckfeldkirche präsentierte unser neues Studierendenensemble aus jungen Musikbegeisterten eine tolle a-cappella-Version von „Winter Wonderland“ und danach der gesamte Unichor zwei Weihnachtslieder – jazzig und traditionell schwedisch. Nach der Rückkehr zu Dobrogosz mit dem Agnus Dei war Zeit, mit allen gemeinsam ein buntes und fröhliches „Herbei, o ihr Gläub’gen“ zu singen – und die Kirchen haben gestrahlt und gefunkelt, um zum Schluss bei Händels
Hallelujah nochmals förmlich farbenfroh gemeinsam mit den Engeln zu feiern (Händel kann bekanntlich Feuerwerk!).

Standing Ovations gab es an beiden Orten für uns und unser Programm, gekonnt zusammengestellt von unserem wundervollen Chorleiter Johannes Kaupp. Wieder ausgezeichnet begleitet hat uns Christopher Flaskamp am Klavier und Jörg Reinhardt am Akkordeon für die „Misatango a Buenos Aires“, von der im Frühjahr noch mehr zu hören sein wird!

Außerdem dabei das Streichquintett mit Niklas Born, Friedrich Raff, Aylin Läßle, Charlotte Meinhof und Nikolaj Trivukas.

Für Händel schließlich haben Marin Völlnagel und Carsten Remmert auf der Trompete und Felix Lorenz an den Pauken den letzten Schliff gegeben.

Durch’s Programm führte charmant und amüsant zum wiederholten Male Sandro Balk.

Vielen Dank für die vielen tollen Rückmeldungen, die uns nach den Konzerten erreicht haben – und die wirklich großzügigen Spenden die uns helfen, unsere musikalische Arbeit zu finanzieren.

Im nächsten Jahr geht es weiter – wir werden einige Stücke wieder aufgreifen und neues dazu bringen. Wir sind gespannt und freuen uns schon auf die Proben im Januar – und auf tolle Konzerte voraussichtlich im Februar, April und November!

Text: Susanne Kremer, Fotos: Dieter Weinelt